Wer mit BAföG studiert, kommt in vielen Hochschulstädten mit der Wohnpauschale nicht aus. Das zeigt ein Vergleich des Immobilienportals immowelt. In 82 von 138 untersuchten Städten kostet eine studententypische 40-Quadratmeter-Wohnung mehr als die Wohnpauschale von 380 Euro im Monat. Dieser Ratgeber zeigt, wo die Lücke am größten ist und wo Studierende günstiger wohnen.
Was untersucht wurde
immowelt verglich die Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit 40 Quadratmetern (Baujahr 1990er-Jahre) mit der BAföG-Wohnpauschale von 380 Euro und dem BAföG-Höchstsatz von 992 Euro. Stichtag war der 1. September 2026. Die Werte wurden mit hedonischen Verfahren berechnet und geben Nettokaltmieten bei Neuvermietung wieder.
„Die Lücke zwischen der BAföG-Wohnpauschale und den Mieten für Studentenwohnungen ist in vielen Hochschulstädten inzwischen enorm“, sagt Theo Mseka, Geschäftsführer von immowelt. Längst nicht alle Studierenden erhielten den vollen Höchstsatz, viele seien deshalb auf einen Nebenjob oder Unterstützung ihrer Familie angewiesen.
Wo Wohnen am teuersten ist
Am höchsten ist die Belastung in München. Dort kostet die Wohnung im Schnitt 862 Euro Kaltmiete, mehr als das Doppelte der Wohnpauschale. Damit gehen 87 Prozent des Höchstsatzes allein für die Miete drauf.
Mit Abstand folgen:
- Frankfurt am Main: 681 Euro (69 Prozent des Höchstsatzes)
- Stuttgart: 608 Euro (61 Prozent)
- Berlin: 59 Prozent
- Düsseldorf: 57 Prozent
- Hamburg und Köln: je 56 Prozent
Auch kleinere Universitätsstädte gehören zu den teuersten Orten. In Heidelberg (534 Euro) und Konstanz (532 Euro) liegt die Mietbelastung jeweils bei 54 Prozent.
Wo Studierende Geld sparen können
Deutlich günstiger sind laut Untersuchung mehrere Städte mit etablierten Hochschulen:
| Stadt | Miete (40 m²) | Anteil am Höchstsatz | Hochschule |
|---|---|---|---|
| Chemnitz | 234 Euro | 24 Prozent | TU Chemnitz |
| Bochum | 332 Euro | rund 34 Prozent | Ruhr-Universität Bochum |
| Dortmund | 333 Euro | rund 34 Prozent | TU Dortmund |
| Halle | 349 Euro | 35 Prozent | Martin-Luther-Universität |
Chemnitz ist die günstigste Stadt im gesamten Vergleich. Dort reicht die Wohnpauschale von 380 Euro locker für eine Wohnung. Auch in Halle, Bochum und Dortmund liegt die Miete unter der Pauschale.
Unterschiede zwischen den Bundesländern
Sachsen ist das günstigste Flächenland fürs Studieren. Die Miete beansprucht dort im Schnitt 29 Prozent des Höchstsatzes. Am teuersten sind Bayern (47 Prozent) sowie Hessen und Baden-Württemberg (je 46 Prozent). Der bayerische Wert ist stark von München geprägt. In Nürnberg liegt die Belastung bei 49 Prozent, in Bamberg bei 41 Prozent, also deutlich unter dem Münchner Niveau.
Worauf Studierende bei der Planung achten können
- Wohnkosten in die Wahl des Studienorts einbeziehen: Gute Hochschulen gibt es auch in Städten mit niedrigen Mieten.
- Mit der Wohnpauschale abgleichen: Liegt die Miete darüber, muss die Differenz aus dem übrigen BAföG, aus einem Nebenjob oder von der Familie kommen.
- Höchstsatz nicht voraussetzen: Nicht alle Studierenden erhalten die volle Förderung von 992 Euro.
- Mietangaben einordnen: Die Werte sind Angebotsmieten bei Neuvermietung für eine 40-Quadratmeter-Wohnung. Was vor Ort tatsächlich zu zahlen ist, kann abweichen.

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